Die provenzalische Sonne

Das Licht in der Provence ist einzigartig und unbeschreiblich. Verantwortlich dafür ist die provenzalische Sonne, die am Mittelmeer mit einer unvergleichlichen Intensität und Fülle Mensch und Natur verwöhnt. Eingebrannt in die Seelen der Provenzalen ist die Sonne unentbehrlich in der regionalen Kultur, Identität und Brauchtum. Sie hält die Region und ihre Bewohner zusammen und ermöglicht das Leben „à la façon provençale“.

Sonnenverwöhnt

Eigentlich gibt es im mediterranen Raum keinen Tag ohne Sonne. Die durchschnittlich 3.000 Sonnenstunden pro Jahr krönen die Provence und insbesondere ihre Departements an der Mittelmeerküste zur sonnenverwöhntesten Gegend Frankreichs. Damit kommt das provenzalische Wetter auf einen Jahresdurchschnitt von nahezu 8 Sonnenstunden pro Tag, in den sonnenintensiven Monaten vergeht also eigentlich keine Tagesstunde ohne Sonne. Hierbei sind die Sonnenstrahlen besonders intensiv, dürfen sie oft ungehindert von einem wolkenlosen Himmel scheinen.

In jeder Jahreszeit zeigt die Sonne eines ihrer vielen Gesichter. Bringt sie im Frühling die Natur zum Leben, ist sie im Sommer besonders intensiv, zieht sich im Herbst ein wenig zurück, lässt hier jedoch die wundervollen Herbstfarben in all ihrer Intensität erstrahlen und sorgt im Winter für eine unbeschreiblich klare Wintersonne. Dabei wird sie stets pompös angekündigt: Bekanntlich schafft der Mistral, der Meister der Winde, die Bühne für die provenzalische Sonne – auf wolkenlosen, tiefblauen Himmel, darf sie sich frei und in voller Intensität präsentieren. Der Mistral die Luft gereinigt und lässt die Sonnenstrahlen mit ihrem wundervollen Licht ungehindert die sanfte Landschaft einnehmen. Es entsteht das einzigartige Zusammenspiel der beiden provenzalischen Wetterphänomene, mit denen sich die Region in all ihrer Pracht inszenieren kann. Nicht verwunderlich ist es daher, dass die Sonne die lebenswichtige Essenz eines jeden Provenzalen ist und das provenzalische „savoir vivre“ erst ermöglicht. Denn für sie hängt vieles Alltägliches von ihrem geliebten Licht ab. Von der Landwirtschaft, deren fabelhaften Produkte ihre unvergleichliche Qualität und Fülle wohl maßgeblich der Sonne zu verdanken haben, über die bauliche Anpassung der Provenzalen an die lichtreichen Tage bis hin zum Tourismus, der ohne die Sonne wahrscheinlich nicht so zahlreich ausfallen würde. 

Leider bringt die sonnige Verwöhnung auch Schattenseiten. Nehmen die Sonnenstunde zur allgemeinen Freude in den letzten Jahren zu, bleibt dafür jedoch der lang ersehnte Regen aus, verstärkt sich die ohnehin bereits starke Trockenheit in der Region. Nicht nur steigt dadurch und gepaart mit noch mehr Sonneneinstrahlung die Waldbrandgefahr, sondern ist die langanhaltende Dürre ein wirkliches Problem für Pflanzen, Tiere und Menschen. Immer öfter kommt es zu Einschränkungen im Wasserverbrauch, Ausfälle von Ernten und Aussterben mancher seltenen Arten. Werden dabei nicht nur die Sommer immer heißer, sondern erhöht sich die Temperatur im gesamten Jahresverlauf, kommt die Natur immer wieder aus ihrem natürlichen Rhythmus. Mit regelmäßigen Sommerwochen mit über 40 Grad Celsius wird es in der Provence in der Hauptsaison mancherorts unangenehm warm, weichen viele Touristen in die Nebensaison aus, die zumal nun vermeintlich „besseres“ Wetter verspricht.

Das besondere Licht

Die provenzalische Sonne taucht die sanfte Landschaft der Provence in ein unvergleichliches Licht. Gleichzeitig im Kontrast wie im Einklang mit dem tiefblauen Himmel lassen die goldenen Sonnenstrahlen die provenzalische Natur in all ihrer Schönheit strahlen.

Es ist jenes Licht, das einen jeden Besucher in seinen Bann zieht, ihn verzaubert und viele immer wieder zurückholt in die sonnenverwöhnte Provence. Nicht allein die Provenzalen sind ihrer traumhaften Sonne verfallen, schließlich wirkt ihr außergewöhnliches Licht auf jeden wie Balsam für die Seele. Mit den Sonnenstrahlen kehrt Ruhe ein, wenn die Landschaft in all ihrer Schönheit erstrahlt und so lieblich und sanft wirkt.

Große Anziehungskraft hat dieses sagenumwobene Licht vor allem auf Kunstschaffende, die seither versuchen es auf künstlerische Art und Weise einzufangen und festzuhalten. Dieser Herausforderung stellten sich einige namentliche Künstlerinnen und Künstler, allen voran Impressionisten wie Cézanne oder Die Provence ist seither beliebtes Motiv vieler Kunstschaffender, werden sie von ihr immerzu inspiriert und verzaubert und veranlasst einige, hier ihr künstlerischen Lebensmittelpunkt zu haben. Alle versuchten sie, und so versuchen es Künstlerinnen und Künstler heute auch noch, jenen majestätischen Effekt zu kreieren, die die Sonne in der inspirierenden Region hervorruft. Die erzeugte Plastizität, die Klarheit und Fülle der Farben und gleichzeitig das erzeugte Ambiente von Ruhe und Sinnlichkeit – all das gilt es auf die Leinwand zu bringen. Doch es ist schwer, die Wirkung der provenzalischen Sonne bildlich zu verewigen. Erscheint sie selbst auf Fotos oder Videos zwar traumhaft, kann sie jedoch nie in ihrer gänzlichen Fülle und Wirkung eingefangen werden. Ganz anderes muss daher an das Licht herangegangen werden, das vielen als Inspirationsquelle dient. Auf ganz eigene Art und Weise egal ob in der bildenden oder gestalterischen Kunst, in Literatur, Musik oder gar Theater und Tanz – überall wird Zauber des Lichtes in traumhafte Szenarien verwandelt.

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