Roussillon

Ein leuchtendes Paradies aus roten, orangenen, gelben und beigen Häusern Häuserfassade erhebt sich auf einem kleinen Hügel am Fuße des Luberon. Roussillon – die Stadt des Ockers und der Künstler.

Hier fasziniert die Welt des Ockers und zieht einen zwischen Felsformationen aller möglichen Farben und Formen in ihren Bann.

Das Ockerdorf

Roussillon wurde mit der Auszeichnung „les plus beaux villages de France“ gekürt und gehört nicht umsonst zu den sehenswertesten Örtchen Frankreichs.

Sein ockerfarbiger Boden macht die Region des verträumten Dörfchens schon bei den Römern bekannt. Es thront auf der größten und wichtigsten Ockerabbaustelle Europas und erstrahlt umgeben von Pinienwäldern unter der Sonne der Provence in einer vielschichtigen Farbpallette an leuchtenden Rot-, Gelb- und Brauntönen.

Die mit den Ockerpigmenten gefärbten Fassaden der Häuser und Gebäude bilden ein faszinierendes Farbspektakel. So gleicht jede Fassade keiner anderen und macht so jedes Gebäude ganz individuell. Im leicht erhöhten alten Stadtkern findet leuchtenden Gewölbegänge, Gässchen und Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Ein Highlight bildet die romanische Kirche Saint-Michel aus dem 11. Jahrhundert, die auf dem Felsen thront und in dessen Inneren man die Werke des Bildhauers Alexis Poitevin bestaunen kann, der das unter Denkmalschutz stehende Taufbecken der Kirche im 18. Jahrhundert schaffte. Geht man ein wenig weiter an der Kirche vorbei, so erreicht man den höchsten Punkt von Roussillon, dem Gipfel des Hügels, auf dem das verträumte Dörfchen ruht. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Rundumblick über (beinahe) die gesamte Region des Luberon und kann sich anhand einer steinernen Orientierungstafel in der Umgebung orientieren.

In das atemberaubende rot-orangene Meer taucht man auf den zwei Ockerwergen des „Sentier des ocres“ ein. Für drei Euro lässt sich hier die Ockerwelt zu Fuß erkunden und die vielen verschiedenen beeindruckenden Felsformationen bestaunen.

Mit dem Fahrrad kann man auf dem Radweg „Les Ocres à vélo“ inmitten der einzigartigen farbenfrohen Landschaft fahren. 

Bei einem Besuch des „Conservatoire des Ocres et de la Couleur“ begibt man sich auf eine Reise in die Ockerwelt und seine Geheimnisse und erfährt in einer alten Ockerfabrik bei verschiedenen Ausstellungen und Veranstaltungen alles um über das edele Pigment.

Literarische und künstlerische Bedeutung

Dieses außergewöhnliche Farbspiel beeindruckte auch den Schriftsteller Samuel Beckett, der sich von 1942 bis 1945 in Roussillon vor der deutschen Wehrmacht versteckt und hier allerlei Inspiration für seine späteren Werke fand. Das ockerfarbene Dorf lässt er so in seinem berühmten Werk „Warten auf Godot“ erscheinen, wo Wladimir Estragon an das Dörfchen wo „doch alles so rot (leuchtet)“ erinnert. Man munkelt sogar, Beckett hätte das Stück während seines Aufenthalts in der Provence in einem kleinen Häuschen in Roussillon geschrieben.

Das kleine Dorf inspiriert besonders viel Künstler, die hier in zahlreichen Galerien ihre einzigartigen Werke ausstellen und sich von der fantastischen Aussicht auf das rot-orangene Gestein, den vielen verwinkelten Straßen und der leichten Erhöhung des Ortes faszinieren lassen. Die Straßen Roussillons sind flankiert von vielen verschiedenen Ateliers und Geschäften, welche ebenfalls alle in den verschiedensten Ockertönen erstrahlen. Auf einer kleinen Entdeckungstour kann man so einigen Künstlern einen Besuch abstatten und kommt in direkten Kontakt mit der Kunstwelt des Luberon. Auf ganz unterschiedliche Art und Weise lassen sie sich von der Region inspirieren und setzten ihre Wahrnehmungen in ihren individuellen Stilen um. Eine Reise durch ihre Werke lässt die Region mit ganz anderen Augen sehen und regt inmitten der leuchtenden Farben, selber den Pinsel zu schwingen und die edlen Ockerpigmente auf die Leinwand zu bringen. Zum Teil bieten deshalb manche Künstler persönliche Stunden in ihren Ateliers, Galerien oder an der frischen Luft inmitten der Natur des Luberon an, in denen sie einem in einer Gruppe oder allein in die Kunstwelt des Luberon und des Ockers führen.

In Roussillon kann man sich also schnell in die Welt des Ockers fallen lassen und sich von den strahlenden Farben faszinieren lassen.

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